Die intensivwoche.
Jedes Kind bringt eigene Fähigkeiten und Potenziale mit. In unseren Intensivwochen schaffen wir Zeit und Raum, diese gezielt zu fördern.
Wir arbeiten gemeinsam mit deinem Kind an individuellen motorischen Zielen. Dabei nutzen wir die Erkenntnisse aus der Forschung: Motorisches Lernen braucht aktive Beteiligung, regelmäßiges Üben und viele gezielte Wiederholungen.
Viele Wiederholungen. Ein Ziel, das zählt.
Motorische Fähigkeiten entwickeln sich nicht durch einmaliges Ausprobieren. Damit neue Bewegungen und Fähigkeiten gelernt und gefestigt werden können, braucht es aktive Übung, viele Wiederholungen und Zeit.
Genau hier setzt eine Intensivwoche an: Statt nur einmal pro Woche zu üben, arbeiten wir über einen begrenzten Zeitraum an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen regelmäßig an einem gemeinsamen Ziel.
Die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass die Intensität und Häufigkeit des Übens einen wichtigen Einfluss auf den motorischen Lernerfolg haben. Studien zu intensiven, zielgerichteten Trainingsprogrammen bei Kindern mit Cerebralparese zeigen positive Ergebnisse. Auch Untersuchungen zur Therapiedosis weisen darauf hin, dass mehr tägliche Übungszeit mit besseren motorischen Ergebnissen verbunden sein kann.
Gezielt üben
Wir konzentrieren uns auf ein bis zwei individuelle motorische Ziele, die für das Kind und seine Familie Bedeutung haben.
Viele Wiederholungen
Durch die regelmäßigen Therapieeinheiten kann das Kind Bewegungen und Aktivitäten immer wieder ausprobieren und trainieren.
Fortschritte übertragen
Wir üben nicht um des Übens willen. Entscheidend ist, dass die erarbeiteten Fähigkeiten im Alltag des Kindes hilfreich sein können.
Podcast
Christina im Podcast: Zum Booster der Intensivtherapie in der Physiotherapie
für wen ist die intensivwoche gedacht?
Unser Angebot richtet sich an Kinder mit neuromuskuloskelettalen Erkrankungen und motorischen Beeinträchtigungen.
Besonders häufig begleiten wir Kinder mit:
- infantiler Cerebralparese (ICP),
- syndromalen Erkrankungen,
- vergleichbaren neurologischen und neuromuskuloskelettalen Beeinträchtigungen.
Eine Intensivwoche ist bei uns grundsätzlich für Kinder ab etwa einem Jahr möglich.
Entscheidend ist nicht allein die Diagnose oder das Alter. Wichtig ist, dass wir gemeinsam ein sinnvolles motorisches Ziel finden, an dem wir in einer Intensivwoche arbeiten können.
Du bist dir nicht sicher, ob eine Intensivwoche zu deinem Kind passt?
Lass uns darüber sprechen. Wir schauen gemeinsam, welche Möglichkeiten es gibt.
Schritt für Schritt – Unser ablauf.
Erstes Kennenlernen
In einem telefonischen Gespräch lernen wir uns kennen. Wir sprechen über dein Kind, eure Wünsche und mögliche Ziele und finden gemeinsam einen passenden Termin.
Befund und Zielsetzung
Vor der Intensivwoche findet ein ausführlicher Erstbefund statt – vor Ort oder online. Wir lernen dein Kind genauer kennen, erfassen seine Fähigkeiten und besprechen gemeinsam ein bis zwei individuelle Therapieziele.
Eure Intensivwoche
Jetzt geht es los! Über eine Woche finden tägliche Therapieeinheiten statt. Wir arbeiten gezielt und mit vielen Wiederholungen. Die Inhalte und Intensität passen wir situativ an dein Kind an.
Was bleibt
Wir besprechen die Entwicklung und halten die Ergebnisse fest. Wenn es zur Familiensituation passt, entwickeln wir gemeinsam ein individuelles häusliches Trainingsprogramm.
Viel Raum für Bewegung, Entwicklung und gemeinsames Lernen.
Jede Intensivwoche wird individuell gestaltet. Die Inhalte richten sich nach den vereinbarten Zielen und Möglichkeiten deines Kindes.
Individuelles funktionelles Training
Wir üben gezielt Bewegungen und Aktivitäten, die dein Kind im Alltag weiterbringen können. Dabei sind viele sinnvolle Wiederholungen ein wichtiger Bestandteil.
Bewegung und Körpererfahrung
Wir schaffen vielfältige Möglichkeiten, Bewegung auszuprobieren, neue Positionen einzunehmen und eigene Fähigkeiten zu entdecken.
Therapeutische Bausteine
Je nach Ziel kombinieren wir unterschiedliche Ansätze, zum Beispiel Elemente aus dem Bobath-Konzept, funktionelles Training, DMI oder Galileo-Vibrationstraining.
Elternberatung und Austausch
Du begleitest die Therapie und bist ein wichtiger Teil des Prozesses. Wir nehmen uns Zeit für Fragen, Austausch und Anregungen für euren Alltag.
Hilfsmittel ausprobieren
Wenn es zum Therapieziel passt, können verschiedene Hilfsmittel erprobt werden. Dazu gehören beispielsweise Therapieräder oder der Innowalk.
Anregungen für zu Hause
Wenn es für eure Familie sinnvoll und umsetzbar ist, entwickeln wir ein individuelles häusliches Trainingsprogramm. Dabei achten wir darauf, dass es zu eurem Alltag und euren Möglichkeiten passt.
Wie wird eine Intensivwoche finanziert?
Die Finanzierung einer Intensivwoche setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen.
Eine Therapiestunde pro Tag kann über eine ärztliche Verordnung für Krankengymnastik ZNS Kinder als Doppelbehandlungen mit der gesetzlichen Krankenkasse abgerechnet werden. Eine mögliche zweite tägliche Therapieeinheit wird überwiegend als Selbstzahlerleistung angeboten.
Fahrt- und Unterkunftskosten werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen.
Welche Möglichkeiten es für eure Familie gibt, besprechen wir gerne persönlich vorab.
Häufige Fragen zu unseren Intensivwochen
Für welches Alter sind die Intensivwochen geeignet?
Unser Angebot richtet sich an Kinder ab etwa einem Jahr. Besonders häufig begleiten wir Kinder zwischen zwei und sechs Jahren. Ob eine Intensivwoche sinnvoll ist, hängt aber immer von den individuellen Voraussetzungen und Zielen ab.
Welche Diagnosen kommen für eine Intensivwoche infrage?
Wir begleiten vor allem Kinder mit Cerebralparese, syndromalen Erkrankungen und vergleichbaren neuromuskuloskelettalen Beeinträchtigungen. Ob das Angebot für dein Kind passt, klären wir gerne in einem persönlichen Gespräch.
Wie lange dauert eine Intensivwoche?
Eine Intensivphase erstreckt sich über ein bis zwei Wochen. In dieser Zeit finden tägliche Therapieeinheiten statt. Den genauen Umfang besprechen wir gemeinsam vorab.
Wie viele Therapieeinheiten finden täglich statt?
Je nach vereinbartem Umfang finden täglich ein bis zwei Therapieeinheiten statt. Die konkrete Gestaltung besprechen wir mit euch vor Beginn.
Müssen wir für die Intensivwoche nach Belm kommen?
Ja, die Therapie findet in unserer Praxis in Belm bei Osnabrück statt. Wenn ihr von weiter her anreist, geben wir euch gerne Informationen zu Unterkunftsmöglichkeiten.
Müssen wir als Eltern bei der Therapie dabei sein?
Ja, die Begleitung durch die Eltern ist ein wichtiger Bestandteil unserer Intensivwochen. Ihr erlebt die Therapie mit, könnt Fragen stellen und bekommt Anregungen für euren Alltag.
Brauchen wir eine ärztliche Verordnung?
Für die über die gesetzliche Krankenversicherung abrechenbaren Therapieeinheiten ist eine entsprechende ärztliche Verordnung erforderlich. Welche Verordnung benötigt wird und welche weiteren Kosten entstehen können, klären wir mit euch vorab.
Was passiert nach der Intensivwoche?
Wir besprechen die erreichten Ziele und geben euch Empfehlungen für die weitere Entwicklung. Wenn es für eure Familie passt, erstellen wir ein individuelles häusliches Trainingsprogramm.
